| Vorgeschichte |
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Vor nicht zu langer Zeit (60-70iger Jahren) wurden die Gaumenmandeln im Sitzen in einer Äthernarkose ohne Beatmungsschlauch mit Schlingen entfernt. Hierbei kam es wegen des groben chirurgischen Vorgehens, deutlich häufiger als heute, zu starken Blutungen mit weiteren Komplikationen (Atemnot durch Einatmung des Blutes in die Luftröhre). Zudem blieb in den meisten Fällen ein Rest der Gaumenmandel im so genannten Mandelbett übrig und machte bei manchen Patienten, wegen weiter bestehenden Entzündungen, in einigen Fällen eine Nachoperation notwendig. Ende der 70iger Jahre wurde dann die totale Mandeloperation – Tonsillektomie (TE) in Dissektionstechnik in Vollnarkose mit einem Beatmungsschlauch am liegenden Patienten eingeführt, die auch bis heute noch ihre Indikationen bei Kindern und Erwachsenen mit immer wiederkehrenden eitrigen, antibiotikapflichtigen Mandel-entzündungen, beim Mandelabszess oder bei Mandeltumoren hat. Bei dieser Technik ist das Risiko der Nachblutungsgefahr deutlich geringer, aber mit bis zu 10% doch noch relativ häufig im Komplikationskatalog vertreten. Seit der Einführung des Lasers wurden immer wieder neue Operationen mit diesem Instrument ausprobiert. Auch bei der totalen Mandelentfernung wurde diese Methode erprobt. In klinischen Untersuchungen hat sich aber gezeigt, dass bei Verwendung eines Lasers, statt konventioneller chirurgischer Instrumente (Skalpell, Schaber, usw.), die Nachblutungsgefahr nicht gemindert wird und die Schmerzen nach der Operation im Vergleich zur herkömmlichen Methode sogar stärker sind. |
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Indikationen und Technik der Lasertonsillotomie (TO)
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Seit der Einführung des Lasers erlebt die Gaumenmandelteilentfernung - Tonsillotomie (TO) - eine chirurgische Wiedergeburt. Indikationen für den Einsatz dieses chirurgischen Instrumentes sind vor allem Gaumenmandelvergrößerungen im Kindesalter mit nächtlichen Atemproblemen (so genannte Schlafapnoe) und/oder Schluckbeschwerden. Bei häufigen, eitrigen Mandelentzündungen ist jedoch, nach wie vor, die totale Gaumenmandelentfernung angezeigt. Eine andere aber seltene Indikation der Laserbehandlung ist die Gewebeprobeentnahme bei Verdacht auf Mandeltumor. Vor allem der CO2-Laser (schneidender Laser) hat hier seine Berechtigung. Er hat eine geringe Eindringtiefe, weil die Energie dieses energiestarken, gebündelten, unsichtbaren Lichtstrahls in den ersten Zellschichten abgefangen wird (hohe Wasserresorption) und somit das umliegende Gewebe nicht, wie bei den meisten anderen Laserarten zerstört wird. Der CO2-Laser verödet zudem noch die, in der Mandel vorhandenen kleineren Blutgefäße, so dass Nachblutungen deutlich geringer sind und deshalb Kinder nur noch eine Nacht - im Gegensatz zu einer Woche, bei der totalen Mandelentfernung - stationär überwacht werden müssen. Da sich in der Gaumenmandel sehr wenige Gefühlsnervenfasern befinden, treten bei der Laserteilentfernung kaum Schmerzen nach der Operation auf. Letztere werden, wenn vorhanden, zum größten Teil, aber nur für kurze Zeit, von der zumeist gleichzeitig durchgeführten Rachenmandeloperation hervorgerufen. Die Kinder können aus diesem Grund auch wieder bald normal Speisen und Getränke zu sich nehmen. |
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Komplikationen
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Nachblutungen treten im Vergleich zur Totalentfernung der Mandel nur in unter 1% der Fälle und dann zumeist in den ersten 24 Stunden auf. Zum Schutz vor Verbrennungen werden die Augen mit einer Brille geschützt und die Rachenhinterwand mit einer feuchten Kompresse abgedeckt. Selten (zirka 1%), kann eine Mandel nachwachsen. In diesem Fall kann aber unbedenklich nochmals eine Mandelverkleinerung mit dem CO2-Laser durchgeführt werden. Bei immer wiederkehrenden Entzündungen nach Lasertonsillotomie kann in seltenen Fällen eine Totalentfernung der Mandeln angezeigt sein. Da im Mandelgewebe immer Entzündungen vorhanden sind, geben wir zur Prophylaxe von verstärkten, postoperativen Entzündungen und zur Verringerung von Blutungen, während der Operation, begleitend ein Antibiotikum. |
